#320 – 47 Ronin

47 Gründe, warum wir lieber keine Samurai sein wollen …

47ronin

… haben wir vielleicht nicht. Trotzdem konnte 47 Ronin Claudia nicht von den Vorzügen des Samurai-Ehren-Kodex und eines Lebens im feudalen Japan überzeugen – und das nicht nur, weil Keanu Reeves es dort offensichtlich nicht leicht hat. Bob hat sich nun ebenfalls am Hobbit 2 versucht, spricht allerdings lieber über Dolby Atmos, 48 fps und 3D als über den Film als solches. Es folgen mehr oder weniger wertvolle Redebeiträge zum Vollidiot, Oliver Pocher, Klolektüre, dem Frankfurter Tatort, Formationsmusik, Hip Hop Hood, Netflix sowie The Other Guys und Will Ferrell im Allgemeinen. Von Hörerfragen angeregt diskutieren wir abschließend, ob Künstler und Werk moralisch voneinander getrennt betrachtet werden können/sollten und welche Routinen und Rituale für uns zum Kinobesuch gehören.

47 Ronin:

  • dt. Kinostart: 30. Januar 2014
  • Länge: 118 min
  • Genre: Viel-Ehre-und-etwas-Gemetzel-im-Samurai-Milieu-Abenteuer
  • Regie: Carl Rinsch
  • Darsteller: Keanu Reeves, Hiroyuki Sanada, Ko Shibasaki, Rinko Kikuchi

Punkte:
Claudia: 6/10
Robert: -/10
Stefan: -/10

In dieser Episode mit:
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28 Gedanken zu „#320 – 47 Ronin

    1. dr. claudia Beitragsautor

      Oui – dein Tadel per Twitter wurde mir bereits übermittelt 😉

      Ich sah das bisher so: Die Regeln, nach denen das System funktioniert, werden recht früh im Film erklärt – dass diese Regeln nicht grundsätzlich in Frage gestellt werden, war für mich danach klar (nach allem, was man über KRs Figur usw. weiß). Insofern war für mich auch immer klar, wie es ausgehen muss (da ja so vorausgesagt). Für mich geht es dann eher um die Darstellung des Weges dahin, nicht um das mythische Ergebnis. Sollte das aber für andere Teile des Publikums anders sein, dann hätte ich in der Tat (selbst im Nurwiederholen dessen, was sowieso früh gesagt wird) zu viel verraten. Das täte mir dann leid. Allerdings würde ich dann nach wie vor behaupten, dass eine solche Lesart des Filmes auf einem Missverständnis beruht, nämlich dem Missverständnis, dass es als unerwartete Enthüllung gedacht ist, wenn Hänsel und Gretel die Hexe in den Ofen stoßen.
      Wie auch immer: Ich entschuldige mich natürlich, sollte ich zu viel verraten haben.

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  1. Kuh

    Hmm… für ein nettes Schwertgemetzel bin ich eigentlich immer leicht zu begeistern, aber 47 Ronin klingt dann irgendwie doch sehr ernüchternd 🙁 Neben Herrn Reeves kann man aber auch Hiroyuki Sanada kennen. Mochte ihn in Sunshine und einigen Episoden von LOST schon etwas. Naja.

    Recht angetan war ich aber vom zweiten Hobbit. Kein wahnsinnig toller Film, aber ich hab mich durchweg gut unterhalten gefühlt. Es gab aber durchaus Momente, wo gerade die Technik nicht so… hmm… schön war. Gerade bei der Flucht in den Fässern gabs 2 oder 3 kleine Schnitte zu einer anderen Kamera. Sah echt aus wie mit einer GoPro aufgenommen und ich frag mich, wie man das in den finalen Film übernehmen konnte. Naja, zum Ausgleich gabs ja Evangeline Lilly 😛

    Bestimmte Szenen aus Filmen, die ich mir immer mal wieder ansehe… einige Kämpfe aus Evangelion, weil sie einfach so extrem intensiv sind, aber was mir da direkt in den Sinn kam, ist Tarantinos Death Proof. Man kann von dem Film wegen den langen Dialogen und deren Inhalt ja halten, was man möchte, aber die letzten 25 Minuten mit der Verfolgungsjagd sind einfach fanfuckingtastisch. Tolle Stunts, röhrende Motoren, etwas Humor, hohe Geschwindigkeit, derbe Gewalt. Grandios! 🙂

    Eine bestimmte Klolektüre hab ich aber nicht. Höchstens die aktuelle Post. Dafür hör ich Musik und putz dabei die Kauleiste. Multitasking oder so 8)

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  2. templeton peck

    derzeitige klolektüre – the walking dead roman teil 2 ( im gegensatz zum ersten soo öde , werde für diesen sicher ganz 2014 brauchen )
    sacht mal hat euch das beim hobbit nicht auch irritiert das dort sowohl batmans stimme als auch die stimme von bane aufgetaucht sind. ?? irritierend und witzig zugleich irgendwie

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    1. dr. claudia

      Bezieht sich das auf die Synchronstimmen? Dann müsste Bob antworten – ich habe ja nur die OV gesehen/gehört.

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      1. templeton peck

        bäorn ( oder wie auch immer er geschrieben wird ) batmans stimme
        smaug klingt an einigen stellen sehr nach bane.

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  3. Olli

    Moin…
    zunächst mal: Ja, Stefan, du hattest mal als ich dabei war zwei Plätze dazwischen ausgelassen und zurückgegeben, ich meine damals hatte es Martin erwischt, der dann über zwei Fremde etwas mitteilen musste wenn was war ^^

    Was die Trennung angeht zwischen Person und Arbeit (egal ob Schauspieler oder Regisseur), finde ich schon dass man das trennen sollte.
    Ich bin Gala-Technisch nicht so auf den neuesten Stand wie ihr, daher weiss ich auch nicht unbedingt, welchen Original-Charakter welcher Schauspieler hat… aber wenn man einen Film sieht, und dann im nachhinein sich wundert “Oh, der ist ja im wahren Leben ein totaler Arsch”, dann hat er offensichtlich seine eigene Person glaubwürdig mit der Filmfigur überspielt. Wäre ja in diesem Falle ein Anzeichen darauf, dass er seinen Job gut macht, oder?

    Ich muss mich dahingehend vielleicht auch einfach besser über die Personen an sich informieren…
    Vielleicht lege ich mir doch mal die Gala mit auf die Toilette, um eine Lektüre dort dabei zu haben, sonst wird der Akku meines Handy zu sehr beansprucht. Ausserdem hat man dann eine Reserve, wenn mal das Papier alle ist…

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  4. Dirk

    47 Ronin: Ich bin ja kein so großer Samurai-Fan und finde es deshalb auch nicht schade, dass der Film nicht so toll ist. Also kein Grund ins Kino zu gehen 🙂 Das einzige, was mich überhaupt auf den Film aufmerksam gemacht hat, der Titel. Der erinnert mich natürlich an “Ronin” und diesen Film finde ich ziemlich gut!

    Klolektüre: Da ich eh nicht so der lange Sitzer bin (ich kenne Menschen, die können da 30 Minuten und mehr verbringen), habe ich auch keine Klolektüre rumliegen. Allerdings nutze ich schon mein Handy und lese dann Twitter etc.

    Künstler – Werk:
    Grundsätzlich denke ich, man sollte die Person von seinem Werk trennen, nur leider gelingt mir das nicht immer. Darum ist mir ein Autor wie Thomas Pynchon so sympathisch, denn von ihm als Person, weiß man fast nichts, es gibt nur sein Werk. Um bei Literatur zu bleiben: Knut Hamsun soll ja Nazi-Sympathisant gewesen sein und trotzdem finde ich “Hunger” ein sehr eindrückliches Buch, dass ich nur empfehlen kann. Aber das Wissen um seine Person kann ich leider nicht vollständig ausblenden.

    Ich denke, was ihr auch schon sagtet, problematisch wird es, wenn der schlechte Charakter/die schlechte Eigenschaft ins Werk hinein schwappt. So geht es mir mit Tom Cruise, hier habe ich immer das Gefühl, wenn ich mir einen Film von/mit ihm ansehe, dann unterstütze ich auch gleichzeitig Scientology, weshalb ich versuche Filme mit ihm zu vermeiden.

    Meistens ärgere ich mich, wenn ich Details über Personen erfahre. Letztens ist mir das bei der Serie “Ray Donovan” wieder passiert, da wollte ich herausfinden, woher ich den Schauspieler Jon Voight kenne und stieß dabei auf seine politischen Ansichten. Das hätte ich lieber nicht erfahren. Man kann wahrlich nicht sagen, dass er der Sympathieträger der Serie ist, aber er spielt seine Rolle sehr überzeugend und es ist schade, dass dies vom Wissen über seine Person getrübt wird.

    TL;DR: Künstler und Werk sollte man trennen. Aber manchmal fällt es einfach schwer die Person auszublenden. Nichts über eine Person zu wissen, könnte sehr helfen.

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    1. dr. claudia

      Bei Knut Hamsum stimme ich dir vollkommen zu: “Hunger” ist toll – überhaupt, viele seiner Bücher sind einfach fantastisch, aber seine politischen Ansichten usw. sind schon schwer zu schlucken.
      Dass Pynchon dir durch pure Abwesenheit sympathisch wurde, finde ich lustig. Seine Romane machen ihn mir (bei aller Achtung für sein Werk) ehrlich gesagt nicht unbedingt sympathisch, aber ich verstehe was du meinst. Und allein schon die Tatsache, dass er sich nie als Autorenpromi vermarkten lassen hat, spricht irgendwie für ihn.

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    1. dr. claudia

      Ja, ich bin gespannt – aber noch weiß man ja nix Genaues. Spin-off kann ja alles Mögliche heißen. Ohne Veronica und Keith und Logan z. B. will ich das gar nicht sehen …

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      1. Kuh

        Kommentar #20!

        Stimmt natürlich, aber wenn das halbwegs nett ist und gut läuft, kann das ja noch mehr mit sich bringen. Vielleicht bestellt Netflix ja noch 1 oder 2 Staffeln… haben sie ja mit anderen abgesetzten Serien auch schon gemacht – die Hoffnung stirbt zuletzt! 🙂

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    2. Robert

      Thema Serien:
      Weiß irgendjemand wo ich jetzt Nachschub herbekomme? Claudia & Christoph haben mich mit Suburgatory angesteckt und ich hab Staffel 1 geschaut verschlungen. Die zweite scheint in Schland noch nicht erhältlich zu sein. In den USA ist wohl vor 2-3 Tagen die dritte Staffel angelaufen und Nr.2 lief hier wohl mal auf Pro7. Aber keine DVD in Sicht – oder überseh’ ich was?

      Kann man irgendwo nachschauen wie die Veröffentlichungspläne für sowas sind oder was demnächst zu Watchever kommt oder muss man sich da überraschen lassen?

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      1. Kuh

        Also ich kann nur sagen, dass der deutsche Markt bei Serien nicht unbedingt der beste ist… manche Serien kommen nie oder sehr spät bei uns an. In den USA ist bei Person of Interest die 3. Staffel schon bei Folge 13 und für Staffel 2 gibts hier noch nicht einmal einen Termin.

        Was dir wohl nicht viel nützt… aber ich nutze zumindest den Kalender von tvcountdown, um zu sehen, was wann läuft. http://tvcountdown.com/s/suburgatory

        Ansonsten gibts noch ne Menge anderen tollen Kram, dem du eine Chance geben könntest. House of Cards vielleicht. Meine derzeitigen Lieblings sind aber Shameless (US) und Person of Interest. Von Shameless erscheint nächste Woche hier sogar schon die 3. Staffel. Staffel 4 lief erst diese Woche an.

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  5. Dirk

    Aus aktuellem Anlass, noch einmal zur Hörerfrage: Künstler – Werk.

    Letzte Woche veröffentlichte die New York Times einen offenen Brief von Dylan Ferrow, der Tochter von
    Woody Allen, über seinen Missbrauch an ihr. Es geht dabei auch darum, dass Allen einen Golden Globe für sein Lebenswerk bekommen soll und ganz eindeutig tut sich hier wieder die Frage von Künster und seinem Werk auf.

    Zum Werk von Woody Allen gibt es sicher verschiedenste Ansichten. Mir selbst gefallen einige Filme von ihm und andere wiederrum finde ich verzichtbar. Darf ich von den Filmen begeistert sein, angesichts dessen, was er laut Dylans Aussage ihr angetan hat? Auf der einen Seite, ist das eine schlimme Sache, die nicht zu entschuldigen ist, anderseits, sollte dies auch sein Werk schlecht machen? Er ist ein widerlicher Mensch, ist deshalb sein Werk auch widerlich? Ich würde gerne sagen nein, weil man Werk und Künstler trennen sollte, aber es fällt mir schwer. Ich glaube ich kann das aktuell nur noch deshalb tun, weil ich mir einreden kann, dass er nie dafür verurteilt wurde, also als unschuldig zu gelten hat.

    Und ich frage mich, ob es wirklich richtig sein kann, ihm einen solchen Preis zu geben, da dieser doch mehr den Künstler als sein Werk ehrt – auch wenn es auf den ersten Blick anders erscheint.

    Die Frage Künster und Werk ist wirklich eine komplizierte!

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    1. Kuh

      Ja, es ist schon ein ziemliches Dilemma – wobei ich mich für diese Aussage irgendwie schlecht fühle. Seine Tochter wurde (vielleicht) misshandelt und trägt deswegen einen Schaden und wir haben so ein triviales Problem über Filme. Oder ist es doch nicht so trivial? Damon Lindelof hat damals (als es um Polanski ging) gesagt, dass er es auch nicht beantworten könne und keine feste Meinung habe. Er meinte, dass man geschichtlich noch weiter zurückgehen könne. In den vergangenen Jahrhunderten gab es wohl nicht wenige Künstler, deren Werke heute noch bewundert werden. Und damals war Knabenliebe etc. noch kein Tabu.

      Woody Allen hat sich ja mittlerweile dazu geäussert und das als Lüge bezeichnet, die seine damalige Frau erfunden hat, um ihm zu schaden.

      Farrow und Allen stritten sich anschließend jahrelang um das Sorgerecht für die Kinder. Der heute mit Soon-Yi Previn verheiratete Allen warf Farrow seinerzeit vor, die Missbrauchsvorwürfe aus Rachsucht konstruiert zu haben und die Kinder in ihrem Sinne zu manipulieren. In dem Sorgerechtsstreit hatte ein New Yorker Richter die Missbrauchsvorwürfe 1994 für nicht beweiskräftig erklärt. Gleichzeitig kritisierte er Allen als “egozentrisch, nicht vertrauenswürdig und unsensibel”.

      Sein Sohn schrieb vor ein paar Wochen nach den Golden Globes bei Twitter:
      “Missed the Woody Allen tribute — did they put the part where a woman publicly confirmed he molested her at age 7 before or after Annie Hall?”

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    2. dr. claudia

      Ist sie auf jeden Fall. Ich würde dabei bleiben: Es gibt keine automatische Verpflichtung, das Werk im Kontext der Persönlichkeit dahinter zu rezipieren – außer, man sieht seine Rolle (im Einzelfall oder generell) da eher als eine aktivistische (was natürlich auch wichtig und richtig sein kann). Ich denke auch, dass wir häufig nicht genug wissen, um wirklich ein Urteil fällen zu können. So würde ich das auch im Fall Allen momentan (noch?) sehen, wobei ich ihn als Person generell nicht sympathisch finde. Die Familienstreitigkeiten erscheinen mir da doch insgesamt recht unübersichtlich. Das mit dem Preis für das Lebenswerk ist schon wieder ne andere Sache – für mich zumindest. Wie du schon sagst, da geht es zwar auch ums Werk, aber doch auch um den Künstler insgesamt. Da wäre es schon wünschenswert, dass jemand ausgezeichnet wird, der keine derartigen Leichen im Keller hat.

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