#323 – Star Trek Into Darkness

Große Sprengung, im All und in Frankfurt …

Wir waren krankheits-, urlaubs- und heizungsausfallbedingt nicht in der Sneak und besprechen deshalb andere Dinge. Unter anderem die Sprengung des AfE-Turms in Frankfurt, bei der wir live vor Ort waren. Dann geht es zu Filmen über, wobei wir uns Star Trek Into Darkness, The Raid, Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 und Juan of the Dead vornehmen. Die Hörerfragen der Woche beschäftigen sich damit, was unter der häufig verwendeten Genrebezeichnung “Drama” zu verstehen ist und ob die Meinung eines Filmemachers über das eigene Werk (und so eventuell mitgelieferte “Leseanweisungen”) entscheidend für unsere Rezeption ist/sein sollte.

Star Trek Into Darkness:

  • Länge: 132 min
  • Genre: Weltraumspektakel
  • Regie: J. J. Abrams
  • Darsteller: Chris Pine, Zachary Quinto, Benedict Cumberbatch

Punkte:
Claudia: -/10
Christoph: -/10
Robert: 7/10

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13 Gedanken zu „#323 – Star Trek Into Darkness

  1. Kuh

    Super unterhaltsame und kurzweilige Ausgabe muss ich sagen 🙂

    Star Trek Into Darkness (hab ich sicher schon mal geschrieben) war so ein grober Unsinn, dass ich ein wenig fassungslos war. Der macht ja von vorne bis hinten keinen Sinn – weitaus schlimmer als Prometheus. Schon die Auftaktszene widerspricht sich selbst, Khan ist ein absoluter Vollidiot… da stimmt einfach gar nix. Ich versteh echt nicht, wie man sich bei einem Drehbuch so wenig Mühe geben kann. Kostet doch nix und verlangt nicht mehr als eine Person, ein warmes Stübchen und ne Tasse Tee. Abrams Regie (nicht Abrahams, lieber Christoph :P) ist aber toll. An ihm lag das zumindest nicht.

    Bei The Raid hat mich die dünne Story auch erst gestört, aber nach einer Weile hab ich ihn dann für das genossen, was er ist. Geplant war er in der Form auch nicht, sondern war mehr Mittel zum Zweck, um Berandal (also Teil 2) mit den Einnahmen finanzieren zu können und da gibts dann auch mehr Handlung. Teil 1 hat sogar nur 1 Million $ gekostet und was man dafür bekommt, ist schon beachtlich. Eine wirklich geschnittene Fassung gibt es soweit ich weiss aber nicht. Einzig die originale indonesische Fassung (mit anderem Soundtrack) ist in 2 Szenen ein paar Sekunden länger, was wirklich nicht der Rede wert ist.

    Und gute Besserung @Claudia! 🙂

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  2. Dirk

    Wegen Euch, habe ich am Sonntag morgen HR-Fernsehen angeschaut 🙂

    Im Fernsehen war die Sprengung einfach nicht so beeindruckend, wie vor Ort, zumindest wenn ich Eure Berichte höre. Das schlimme im Fernsehen war, dass einfach zu viel gequatscht wurde. Vor allem kurz vor der Sprennung sieht man die Bilder mit dem Sprengmeister und seinen Kollegen und sie unterhalten sich bzw. erzählen etwas. Aber man versteht es nicht, da die ganze Zeit die Moderatorin und ihr Experte (ein anderer Sprengmeister) über die Bilder und den Originalton quatschten. Wirklich schade. Witzig fand ich: Nach der Sprengung habe ich kurz auf N-TV geschaltet und dort stand der Turm noch, die Leitungen zu N-TV scheinen sehr lang zu sein. Auch die Aussage nach der Sprengung (wieder im HR), in Frankfurt gäbe es ja noch viele weitere Türme/Hochhäuse, die man sprengen könnte, war witzig.

    Mich würde ja mal interessieren, wie viele der Schaulustigen darauf gehofft haben, dass etwas schief geht.

    Ich habe mich den neuen Star Trek Filmen bis jetzt vollständig verweigert, mir fehlt einfach die Motivation sie anzusehen. Aber vielleicht probiere ich es mit “Into Darkness” einmal aus? Sollte man den ersten der neuen Star Trek Filme gesehen haben, um “Into Darkness” besser zu verstehen. Ich höre ja immer, dass es irgendwie eine neue Zeitlinie gibt? Ist das relevant für den Filmgenuss oder das Filmverständnis?

    Dass ich die neuen StarTrek nicht gesehen habe, liegt vermutlich auch daran, dass mir zunehmend z.B. die allgegenwärtige Gravitation in den Raumschiffen auf den Geist geht, vor allem eine, die selbst dann noch vorhanden ist, wenn alles andere ausfällt und keine Energie mehr vorhanden ist. (Im StarTrek-Universium wird versucht jede komische Technik zu “erklären” wie absurd es auch immer ist, aber dazu wird sich nie geäußert, oder irre ich mich da?). Wenn ich nicht daran denke, dann geht es, aber es fällt mir immer schwerer. Leider. Und das gilt nicht nur für StarTrek.

    @Christoph: Du solltest dir die alten StarTrek-Filme durchaus ansehen und nicht nur die Filme mit Picard. In der Regel sind sie ganz unterhaltsam und auch besser als die ursprüngliche Fernsehserie (die ich mir einfach nicht mehr ansehen kann – schlecht gealtert).

    Ist die “Drama”-Frage wirklich rhetorisch? Ich finde, der Nachsatz ist mehr eine Erläuterung oder Motivation der Frage als die Antwort darauf. Aber das nur am Rande. Was mich aber noch interessieren würde, kann es auch mit einer “Falschübersetzung” aus dem Englischen zu tun haben? Hat im Englischen das Wort “drama” eine andere Bedeutung, als im Deutschen, wird aber einfach beim “Übersetzen” als Wort übernommen?

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    1. dr. claudia

      Naja, für mich war die Fragestellung zumindest halb rhetorisch 😉 Im Englischen gibt es die Bedeutung “a composition in prose or verse presenting in dialogue or pantomime a story involving conflict or contrast of character, especially one intended to be acted on the stage” (so z. B. auf Dictionary.com). Das ist eigentlich dicht dran an dem bereits Gesagten, wenn man mal von dem kleinen Zusatz “a story involving conflict or contrast of character” absieht. Da könnte man vielleicht schon einen kleinen Zwischenschritt zwischen dem, was wir mithilfe des Duden als Bedeutung 1 und 2 klassifiziert haben, sehen. Aber letztendlich gibt es im Englischen auch keinen per Wörterbuch belegbaren Gebrauch, der die Verwendung als Genrebezeichnung erklärt. Übersetzung spielt hier also nur insofern eine Rolle, dass im Englischen der Begriff ebenfalls häufig als Filmgenrebezeichnung verwendet wird, ohne dass es im Wörterbuch eine echte Grundlage dafür gibt. Aber Sprache verändert sich natürlich und Wörterbücher nehmen stetig neue Wörter und Wortbedeutungen auf. Was heute unsauberer Sprachgebrauch ist, kann morgen richtig sein. Oder immer noch falsch …

      Mir kam das übrigens nicht so vor, als hätte unter den Schaulustigen jemand auf eine Katastrophe gehofft. Irgendwie schienen alle doch sehr daran zu glauben, dass die Sprengmeister die Sache im Griff haben (so erstaunlich das auch sein mag).

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      1. Dirk

        Danke für die Ergänzungen bzgl. “Drama”. Hintergrund war, dass es ja durchaus Wörter gibt, die in beiden Sprachen gleich lauten, aber andere Dinge bezeichnen. Dies wird dann aber im Laufe der Zeit vergessen, weshalb dann ein Wort in einem anderen als urspünglichen Sinne verwendet wird. (Natürlich fällt mir jetzt kein Beispiel ein.) Dies hätte ja auch hier der Fall sein können. Vermutlich ist einfach die Bedeutung so erweitert worden, dass “Drama” nun auch eine Genrebezeichnung ist. Wie du ja auch sagst, Sprache und Bedeutungen ändern sich, auch wenn das manchem Sprachpuristen nicht so recht gefällt (aber machen wir dieses Fass lieber nicht auf :-))

        Ist doch angenehm, wenn die Schaulustigen auf ein Gelingen hoffen und nicht einer Katastrophe entgegenfiebern 🙂 Ich glaube, es war einen Tag vorher, da brachte man ein einem Bericht verschiedene Beispiele, bei denen eine solche Sprengung schief ging, d.h. nahe Brücken oder Häuser mit abgerissen wurden. Außerdem wurde da etwas von 90%er Sicherheit der Berechnungen/Vorhersage geredet – was ich schon nicht besonders hoch finde (bei dem Gequatsche im HR fiel die Zahl 99%). Deshalb habe ich schon ein bisschen gefiebert, ob es denn klappt. Schon fast erschreckend, wie genau der Turm den Fallvorhersagen folgte.

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    2. Kuh

      Star Trek 2009 muss man nicht gesehen haben, um den neuen zu verstehen… aber ich würd eher den 2009er schauen. Beide Filme sind knallig, bunt und kurzweilig, aber mehr sollte man nicht erwarten – der erste ist zumindest nicht so doof. Und die TNG-Filme? Puh… mit Star Trek hatten die nun wirklich nicht viel zu tun 😛 Beste Anlaufstelle sind da immer noch die Reviews von Harry S. Plinkett. (hihi, hairy ass) aus Sicht eines Trekkies 🙂
      http://www.redlettermedia.com/plinkett/star-trek/

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  3. dr. claudia

    PS zur Literaturtheorie: Für Nichtanglisten heißt Roland Barthes’ Aufsatz natürlich “La mort de l’auteur” (oder “Der Tod des Autors”) 😉

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  4. Kuh

    Ach, bevor ichs vergesse. Christoph hat ja Starship Troopers angesprochen und der Film ist wieder so ein Paradebeispiel für schlechte Synchronisationen. Im O-Ton hat er mitunter eine gänzlich andere Aussage. Gerade bei dem thematisierten Faschismus ist das einfach nur panne.

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  5. Norman

    Am Anfang ein Kompliment; das war ein Ausgabe die mich sehr angeregt und unterhalten hat.

    Meine Frage habe ich, jetzt wo ihr sie laut ausgesprochen habt, auch als etwas rhetorisch empfunden. Ich nehme im Nachhinein an, dass ich sie so formuliert habe um sicher zugehen, dass sie so verstanden wird wie sie gemeint war. Um Differenzen zwischen Sender und Empfänger zu vermeiden. Ein Thema was auch die zweite Frage berührt. Da es die erste Frage meinerseits war, die so von euch aufgefasst wurde, wie ich es beabsichtig habe, scheint mir dieses Mittel nicht fein aber doch zielführend.

    Die zweite Frage sowie die dadurch angeregte Diskussion finde ich sehr interessant und sie hat mich jetzt einige Tage begleitet.
    Erst einmal ganz grundlegend, für mich besitzt jede Art von Kunst erst ab dem Moment Relevanz, in dem sie durch den Betrachter wahrgenommen wird. Es spielt, so wie ich das sehe, absolut keine Rolle was der Erschaffer bei der Entstehung beabsichtig, gemeint oder sonst wie ausdrücken wollte. Einzig die Metamorphose des Werkes durch die Wahrnehmung des Zuschauers besitzt Geltung. Schlicht formuliert „Es zählt nicht was gemeint ist sondern ausschließlich was ankommt.“
    An dieser Stelle wird es allerdings etwas komplex. Zum einen nimmt der Betrachter gewisse Dinge wissentlich wahr: Handlung, Figuren, Vorgänge sozusagen die oberflächliche Geschichte. Wie viel er davon erkennt und einordnen kann hängt zum einen von der Schulung seiner Wahrnehmungsfähigkeit und von der Tiefe des Werkes ab. Daneben gibt es, gerade bei komplexeren Werken, auch eine unterschwellige Ebene. Diese gelangt ebenso beim Betrachter an aber eben durch die Hintertür.
    Im Bereich des Films ist für mich Hero ein gutes Beispiel. Ein Film von einer solch großen Schönheit (visuell wie auch akustisch), dass ich seine politische Botschaft erst beim zweiten ansehen wahrgenommen habe. Dabei ist sie nicht wirklich versteckt. Um diese Ebene auch wissentlich wahrzunehmen ist es hilfreich sich mit Werk, Erschaffer und zeitlichen Kontext der Entstehung auseinanderzusetzen. Dies gilt für alle Kunstformen.
    Da schließt sich für mich die Frage an welche Verantwortung der Autor, Regisseur oder schaffende Künstler allgemein für sein Werk hat. Das wäre auch ein Thema, bei dem mich eure Antwort sehr interessieren würde.
    Zum Abschluss dieses Themenbogens wollte ich noch anmerken, es gibt gewisse Kunstschaffende die mich als Person einfach so sehr interessieren, dass es mich giert zu wissen was sie zu ihrem Werk meinen.

    Noch eine Frage direkt an Claudia. Gibt es Fachliteratur zum Thema Literaturtheorie die du für Interessierte außerhalb eines Studiums empfehlen kannst? Wenn es gar einen Podcast dazu gibt den du fremden Ohren anvertrauen würdest wäre das grossartig.

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    1. Kuh

      Wegen der Verantwortung… ich würd sagen, dass zB ein Regisseur keine Verantwortung trägt. Wenn die Gesellschaft einen Film falsch versteht, hat sie es vielleicht einfach nicht besser verdient. Mir kommt da immer wieder The Human Centipede in den Sinn, der ziemlich stark gescholten wird – beziehungsweise Teil 2. Regisseur Tom Six sagt da eigentlich immer wieder, dass er nur einen krassen Horrorfilm drehen wollte, weil er vom Mainstreamkino gelangweilt war und die Grundidee halt ziemlich pervers ist. Ich glaub dem das aber einfach nicht, weil er auf mich viel intelligenter wirkt und mit seinem sehr bissigen Humor die Gesellschaft vielleicht einfach nur trollt – ein wenig wie Andy Kaufman. The Human Centipede 2 ist für mich einfach keine typische Fortsetzung, bei der normalerweise die selbe Geschichte mit mehr Gewalt noch einmal erzählt wird – Six’ Kommentar zur Sache Film wird einem quasi mit dem Hammer übergebraten und trotzdem hab ich etliche Rezensionen gelesen, die das nicht einmal im Ansatz aufgegriffen haben. Verwundert mich immer wieder. Aber da gibts noch mehr Beispiele… vielleicht bald beim Sneakpod?! 😀

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