#333 – 3 Days to Kill

333 Sneakpodfolgen und 3 Tage Paris …

3daystokill

Das passt doch ganz gut zusammen. Allerdings macht Schnapszahlen-Hokuspokus aus 3 Days to Kill mit Kevin Costner leider auch keine Sneakgranate und Amber Heards Rolle im Film lässt Übles über den Zustand ihrer “Karriere” vermuten (Naja, Johnny Depps Freundin sein reicht vielleicht). Immerhin haben wir mit The Descendants doch noch einen guten Film mit zentraler Vater-Tochter-Beziehungs-Thematik zu besprechen. In der Hörerfrage der Woche geht es um Literaturverfilmungen, und in der Pinken Bar gibt es am 25. April zum letzten Mal Musik. Wer dort noch einmal mit uns trinken und Ben Schadow und Pele Caster lauschen möchte, reserviere sich per E-Mail an pinkebar@sneakpod.de einen Platz auf der Gästeliste.

3 Days to Kill:

  • dt. Kinostart: 8. Mai 2014
  • Länge: 117 min
  • Genre: CIA-Action-Familiendrama
  • Regie: McG
  • Darsteller: Kevin Costner, Hailee Steinfeld, Amber Heard, Connie Nielsen
  • OV-Sneak am: 7. April 2014

Punkte:
Claudia: 4/10
Marc: -/10

In dieser Episode mit:
avatar Claudia Nördinger
avatar Marc
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5 Gedanken zu „#333 – 3 Days to Kill

  1. Luka

    Also nachdem du ein paar Stunden vorher eine Warnung ausgesprochen hattest, dachte ich mir, da kommt was ganz schlimmes. Sooo grausig war’s dann aber doch nicht, nach den ersten 3 Minuten 🙂

    The Descendants ist irgendwie zu lange her, dass ich den Film sah. Kann mich nur noch dran erinnern, dass er ganz großartig ist (irgendwie müssen die 9/10 Punkte in meiner IMDB datenbank zustande gekommen sein).

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  2. Dirk

    Alles noch so leer hier 🙂

    Danke fürs beantworten meiner Frage. Ich hatte da ein prägendes Erlebnis: Vor vielen Jahren (sicher fast 20 Jahre her), hatte ich die Bücher von Milan Kundera entdeckt und fand sie großartig, verschiedene hatte ich sogar mehrmals gelesen, unter anderem “Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins”. Ich kann nicht behaupte, heute noch zuwissen, was in den Büchern passiert und wie die Erzählhaltung ist, aber ich glaube, vieles spielt sich durch den Erzähler ab. Ich weiß aber noch, dass ich dachte, soetwas ist nicht in einem Film umsetzbar. Umso schockierter war ich damals, als ich im Fernsehen die Ankündungen des Filmes “Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins” sah. Ich war so stark davon überzeugt, dass das Buch nicht verfilmt werden kann, dass ich mich schlicht weigerte den Film anzusehen (obwohl ich das Buch so Klasse fand) – dieses Erstaunen und diese Ablehnung hat mich nachhaltig geprägt, was Literaturverfilmungen anbelangt, obwohl ich den Film bis heute nie gesehen habe und nicht weiß, ob er wirklich so schrecklich ist, wie ich ihn mir vorstellte.

    Mittlerweile wäre ich sicher nachsichtiger und offener. Mir ist klar, dass eine Literaturverfilmung nicht das Buch 1:1 umsetzen kann und auch nicht sollte. Ohne es genau beschreiben zu können was dafür zu leisten ist, ist es für mich eine gute Literaturverfilmung, wenn die Essenz herüber gebracht wird, das um was es im wesentlichen geht. Sicher gibt es auch gute Verfilmungen, die sich auf einen Aspekt/eine Handlung konzentrieren. Dann stellt sich aber die Frage, ob man dann noch den Titel der Vorlage drauf schrieben darf.

    Und ich denke, dass es Bücher gibt, die sich sehr schwer für eine Verfilmung eignen, weil sie z.B. eine besondere Erzählhaltung haben und ohne das Buch von Kundera noch einmal angesehen zu haben, denke ich, es fällt unter diese Kategorie. Oder dicke Schicken wie “Die Brüder Karamasoff” oder “Krieg und Frieden”, da frage ich mich schon, wie dies einigermaßen sinnvoll und filmisch umgesetzt werden kann (vielleicht wäre hier das Serien-Format angebrachter).

    Vielleicht nehmen die restlichen Sneakpodder ja den Vorschlag von Marc auf und diskutieren die Frage auch noch einmal, vielleicht wenn alle anderen Fragen abgearbeitet sind 😉 Würde mich freuen.

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    1. dr. claudia

      Ich verstehe was Du meinst und stimme zum Teil zu, allerdings würde ich als Literaturwissenschaftlerin die Idee, dass es ein Roman eine bestimmte “Essenz” hat, die es umzusetzen gilt, ablehnen. Jeder Leser eines Romans erkennt in einem Roman sozusagen eine eigene “Essenz”, was letztlich nur bedeutet, dass die Essenz an sich eine Fiktion ist. Eine Literaturverfilmung ist (genauso wie jede individuelle Lektüre eines Buches) immer eine Interpretation der literarischen Vorlage und es gibt eben niemals nur die eine, einzig richtige Interpretation. Trotzdem gibt es natürlich überzeugendere und weniger überzeugende Interpretationen (und Verfilmungen).

      Eine Rolle bei der individuelle Beantwortung der Fragen, was die umzusetzende “Essenz” ist, spielen neben der individuellen Wahrnehmung die eigenen Prioritäten. Wenn Du z. B. sagst, dass “Die Brüder Karamasoff” oder “Krieg und Frieden” evt. besser im Serienformat umgesetzt werden könnten, dann stimmt das meiner Meinung nach nur, wenn man die umfangreichen Handlungsabläufe (wer tut was, trifft wen, verrät wen, liebt wen, kämpft gegen wen usw.) für entscheidend für die “Essenz” hält. Serien sind fast notwendigerweise handlungsgetrieben. Ich bin allerdings bei Dostojewski z. B. der Meinung, dass die “Essenz” (zumindest die, die ich für mich erkenne) eher eine emotionale und psychologische ist. Und für letztere (das ist zumindest meine Behauptung) sind Serien keinesfalls besser geeignet als Filme. Insofern würde ich auch den Gedanken ablehnen, dass man (künstlerisch betrachtet und mal vom Copyright abgesehen) irgendwie ab einem bestimmen “Prozentsatz” oder so verbieten sollte, den Titel der Buchvorlage zu verwenden. Dafür müsste es ja eine Instanz geben, deren Meinung zur Essenz des Buches die absolute und entscheidende ist. Und spätestens seit Roland Barthes’ “Tod des Autors” ist sich die Literaturwissenschaft weitgehend einig, dass das auch der Autor nicht leisten kann und darf (selbst dann, wenn er/sie im jeweiligen Fall noch am Leben ist). Die Interpretation des Autors ist auch nur eine unter vielen möglichen. Und da für Kunst (also auch Filmkunst, die aus Literaturvorlagen entsteht) Freiheit ohnehin unabdingbar ist, halte ich überhaupt nichts von der Idee eines Gremiums, das da so restriktiv agieren würde. Jede absolute Entscheidung wäre da doch vollkommen willkürlich. Und das trifft nicht nur auf traditionell weitererzählte und sich immer wieder verändernde Geschichten wie Märchen zu, sondern auch auf Romane, da jeder Roman letztlich aus dem Strom aller zuvor dagewesenen Geschichten entsteht und niemals die Stunde Null einer Geschichte ist. Sobald eine Geschichte in der Welt ist, verändert sie sich und entsteht im besten Fall immer wieder neu. Keine Geschichte bleibt jemals so, wie sie ist, schon deshalb nicht, weil die Leser sich ständig verändern.

      In gewisser Weise würde ich sagen, dass die Rezension einer Literaturverfilmung von einem Buch, das man kennt, sozusagen doppelt so subjektiv ist wie jede Filmrezension ohnehin schon. Die Rezension der Literaturverfilmung bezieht nämlich gleich zwei subjektive Interpretationsakte mit ein: die eigene Interpretation des Buches und die des Filmes. Das bedeutet nicht, dass man besser gar nicht anfängt mit dem Rezensieren, aber man sollte sich bewusst machen, dass die eigene Wahrnehmung des Filmes zweifach gebrochen ist durch vollkommen individuelle Wahrnehmungsstrukturen und Erfahrungen, und schon deshalb ist der Absolutismus mit dem Fans von Büchern häufig über Verfilmungen richten vollkommen fehlgeleitet (wenn auch emotional nachvollziehbar).

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      1. Dirk

        Deine Ausführungen finde ich sehr interessan und das mit der “Essenz” muss ich dann wohl zurückziehen. Oder könnte ich meine Argumentation dadurch retten, dass ich sage: Eine Literaturverfilmung ist für _mich_ dann gelungen, wenn _ich_ in ihr jene Essenz wiederfinde, die das Buch _meiner_ Ansicht nach enthält? Oder mache ich mich dadurch zu einem jener Fans, die du im letzten Satz erwähnst? (Zumindest im bezug auf “Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins” gehöre ich wohl mit meiner absoluten Antihaltung dem Film gegenüber dahin.)

        Auf alle Fälle habe ich wieder etwas zum Nachdenken 🙂

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  3. dr. claudia

    Ich wollte auf keinen Fall gesagt haben, dass man seine eigene Meinung nicht verfechten soll (sonst wäre ja auch kein richtiges Gespräch oder Film oder Literatur möglich), sondern nur, dass man sich der Subjektivität der eigenen Lesart bewusst sein sollte. Man kann (darf, soll?) natürlich die Sinnhaftigkeit bestimmter anderer Lesarten (wie z. B. der Interpretation, die eine Literaturverfilmung ausdrückt) anzweifeln und diese kritisieren, aber nur in einem totalitären System kann jemals eine einzige Lesart für alle Leser gültig sein.

    Den oben erwähnten Fanabsolutismus finde ich übrigens für sich gesehen durchaus legitim und nachvollziehbar (und er ist mir selbst natürlich auch nicht fremd) , aber ich möchte einfach generell die verbreitete Meinung in Frage stellen, dass Fans eines Buches notwendigerweise die besten oder “objektivsten” Rezensenten einer Verfilmung sind. In der ersten Linie gehören sie mal zu den subjektivsten Rezensenten, was aber nichts Schlechtes sein muss. Übrigens teile ich deine Liebe für Milan Kundera und halte seine Bücher auch für äußerst schwer verfilmbar 🙂

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